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Es handelt sich dabei nicht um Einzelfälle, wie Zahlen des Beratungsunternehmens Jones Lang Lasalle (JLL) belegen. Demnach steigerten Privatinvestoren das Volumen der von ihnen getätigten Immobilienkäufe in dem von starken Rückgängen geprägten Jahr 2009 um 18 Prozent. Mit 1,155 Mrd. Euro waren sie für elf Prozent des gesamten gewerblichen Transaktionsvolumens verantwortlich.
Vor allem eines können die Privaten in die Waagschale werfen: Sie verfügen über viel Eigenkapital und können deshalb auch in einem schwierigen Finanzie-rungsumfeld Immobilien erwerben. „Wir haben größere Transaktionen gesehen, die komplett mit Eigenkapital finanziert wurden", berichtet Erik Marienfeldt, Geschäfts-führer der HIH Hamburgischen Immobilien Handlung. Nach seinen Angaben gingen 2009 sämtliche Gewerbegebäude, die für weniger als 20 Mio. Euro in bester Hamburger Innenstadtlage veräußert wurden, an Privatinvestoren.
Furcht vor Inflation spricht für Immobilieninvestments
„Ein Großteil des Gesamtvermögens unserer Mandanten - teilweise 30 bis 50 Prozent - steckt in direkten oder indirekten Immobilieninvestments", sagt Maik Rissel, Immobilienchef der Hamburger Bank Marcard, Stein & Co, die als Family Office das Vermögen reicher Familien verwaltet. Die Gründe dafür sind vielfältig. Laut Rissel „hat das Frustpotenzial aus anderen Asset-
Klassen dazu beigetragen, dass unsere Mandanten verstärkt in Immobilien investieren". Außerdem „ist Inflationsschutz ein großes Thema", stellt HIH-Vertreter Marienfeldt fest. Vor allem aber bieten sich wieder Kaufgelegenheiten: „Anders als vor drei Jahren", sagt Rissel, „finden wir jetzt geeignete Objekte in unseren Heimatmärkten zu angemessenen Preisen."
Private Käufer verhalten sich genau so wie die Profis
Das Interesse privater Anleger richtet in erster Linie auf sicher vermietete Objekte in ausgezeichneter Lage. Darin unterscheiden sie sich nicht von institutionellen Investoren wie Versicherungen oder Pensionskassen. „Core-Immobilien mit einem staatlichen Mieter gehen am besten", stellt Erich Seeger, Vorstandsmitglied der Fondsgesellchaft Commerz Real, fest. Dabei ist nach Ansicht von JLL-Investmentchef Marcus Lemli „das Sicher-heitsbedürfnis bei Privaten eher noch höher als bei institutionellen Investoren" - eine Einschätzung, der Hans Volkert Vokkens von Hannover Leasing widerspricht (siehe Interview).
Einig ist man sich indes, dass so manches Family Office „mindestens so professionell an Investitionen heran geht wie institutionelle Investoren", formuliert Dietmar Fischer von Ernst & Young Real Estate die Beobachtung der Branche. Zwar ließen sie sich durchaus von emotionalen Faktoren leiten, heißt es, doch für die wirklich finanzkräftigen Investoren „ist die schöne weiße Jugendstilfassade nicht entscheidend", sagt Maik Rissel. Allerdings, so Erik Marienfeldt von HIH, entscheiden sich Private „tendenziell schneller, da keine Gremien konsultiert werden müssen". Bis auf weiteres dürfte das Interesse der vermögenden Privatkunden an der Immobilie anhalten: Als Ernst & Young von seinen Kunden wissen wollte, welche Käufergruppen