„Gute Projekte gehen immer

Stuttgart 01.11.2009
Quelle: Immobilien Manager 11.2009
 
Die Expo Real 2009 ist Geschichte. Aber was nehmen die Teilnehmer aus München mit? Welche Trends und Perspektiven zeichnen sich für die deutschen Ballungszentren ab? Die Veranstaltungsreihe Expo Vision der Drees & Sommer AG hat an den sieben deutschen Standorten des Unternehmens parallel hochrangige Professionals geladen, um diese Fragen zu beantworten.
 

Die Branche hat sich nach der Krise normalisiert, so der Grundtenor aus der Stuttgarter Expertenrunde, dies habe auch die diesjährige Expo Real gezeigt. Dabei waren sich die Teilnehmer einig, dass in der Region bereits eine fundierte Basis für den Aufschwung gelegt ist. Als positives Indiz ist zu werten, dass sich Unternehmen wie die E. Breuninger GmbH & Co oder Drees & Sommer weiterhin auf Expansionskurs befinden. Zudem sind zahlreiche Bauvorhaben, wie zum Beispiel das Quartier am Karlsplatz oder der Ministeriums-Neubau an der Willy-Brandt-Straße, bereits im Gange, weitere befinden sich in der Pipeline. Das Thema Immobilienfinanzierung nahm breiten Raum in der Diskussion ein. Die Experten sehen eine starke Eigenkapitalquote von mindestens 20 Prozent als Voraussetzung für eine gesicherte Kreditvergabe, die gegebenenfalls auch durch dritte Kapitalgeber erreicht werden sollte. Kapital, Boden und innovative Projektideen sind in der Region ausreichend vorhanden.

Der nächste Schritt ist es, die drei Faktoren zusammen zu bringen und damit die Immobilienwirtschaft in der Region weiter voran zu treiben.

 

München

München ist nach wie vor einer der bevorzugten Immobilienstandorte in Deutschland, so das Fazit der lokalen Branchenkenner. Die Gespräche, die auf der diesjährigen Expo Real mit Investoren, Finanzierern, Entwicklern und Asset Managern geführt worden sind, haben dies eindeutig gezeigt. Ebenso ist in der Münchner Immobilienwirtschaft wieder Bewegung erkennbar und erste positive Signale für eine Markterholung im Bereich Development, Refurbishment und Transaktionen zeichnen sich ab. Durch das Konjunkturpaket sowie das antizyklische Investitionsverhalten geben die öffentlichen Auftraggeber zurzeit wesentliche Impulse. Die Expo Real hat auch gezeigt, dass die Immobilie an sich wieder in den Mittelpunkt der Betrachtungen gestellt wird. Gute, nachhaltige und hochwertige Produkte werden heute und auch in Zukunft in der Region nachgefragt und gefordert. In diesem Zusammenhang genießt das Thema Wohnen in der bayrischen Landeshauptstadt derzeit einen besonders hohen Stellenwert.

 

Leipzig

In Leipzig stimmen die Rahmenbedingungen, darüber war man sich bei der Diskussionsrunde in der sächsischen Metropole einig. Der Standort kann mit „weichen" Faktoren punkten, liegt strate­gisch günstig und verfügt über beträchtliche Wertsteigerungspotenziale. Doch wie kann Mitteldeutschland mit seinen verschiedenen Regionen besser vermarktet werden? Diese Frage stand bei dem Gespräch in Leipzig im Vordergrund. Die Branchenvertreter sehen hier Nachholbedarf. Zu groß seien die Abgrenzungen zwischen einzelnen Städten; zu hoch die künstlichen Barrieren durch Landesgrenzen und regionale Zuständigkeiten. Beispielsweise könnten Investoren nicht nachvollziehen, warum die Stände der sächsischen Metropolen Dresden und Leipzig auf der diesjährigen Expo Real so weit voneinander entfernt lagen. Die Expo Real, die sich nach Ansicht der Leipziger Teilnehmer immer mehr zu einer Standortmesse entwickelt, wurde rückblickend positiv bewertet. So zeigten sich die Branchenvertreter zuversichtlich, dass es im kommenden Jahr nicht bei Projekten der öffentlichen Hand bleibt, sondern dass auch private Investoren wieder aktiv werden.

 

Düsseldorf und Köln

Zwölf Marktexperten konnten bei aller Skepsis der zurückliegenden Fachmesse doch eine Reihe hoffnungsvoller Signale abgewinnen. Die Kreditklemme lockert sich, zumindest einige Banken werden wieder aktiver. Investoren suchen derzeit händeringend nach Büroimmobilien im Core-Segment. Das auch deshalb, weil vor allem internationale Investoren Deutschland zu den weltweit attraktivsten Standorten zählen. Die Flächenumsätze auf dem Düsseldorfer Büromarkt sind allerdings im Vergleich zum Vorjahr um rund 50 Prozent eingebrochen.Da aber Vodafone voraussichtlich noch in diesem Jahr umzieht, könnte am Ende des Jahres ein Umsatz von 250.000 Quadratmetern erreicht werden. Trotz der schwieriger werdenden Mietmärkte finden gute Projekte sowohl in Düsseldorf als auch in Köln nach wie vor ihre Finanziers und Abnehmer. Vor allem Großkonzerne stehen unter Kostendruck. Deshalb machen einige von ihnen jetzt Ernst mit der jahrelang diskutierten deutlichen Reduzierung der Bürofläche pro Mitarbeiter. Ersatz suchen sie in besseren Lagen und mit höherwertiger Ausstattung. Das eröffnet nicht nur der Aufwertung von Beständen in entsprechender Lage neue Chancen. Dienstleister, die Arbeitsprozesse optimieren und zur Flächenreduzierung beitragen können werden in Zukunft besonders gefragt sein.   Frankfurt am MainDie Teilnehmer der ExpoVision waren sich in ihrer Einschätzung des Immobilienmarkts einig: „abwartend positiv", so die Diagnose. Nach einer von Schreckensmeldungen geprägten Expo Real 2008 war die Stimmung dieses Jahr wieder zuversichtlich. Die Expo Real wurde wieder als Arbeitsmesse der Immobilienfachleute wahrgenommen. Der Markt hat zu mehr Seriosität und Professionalität zurückgefunden und die Übertreibungen der Jahre 2006 und 2007 sind Geschichte. Im Fokus steht nicht mehr das schnelle „Drehen" von Immobilieninvestments, sondern die nachhaltige Projektentwicklung, Bestandsoptimierung und langfristig orientierte Stadt-und Quartiersplanung. Auch erwarten die Frankfurter Experten, dass dem Aspekt der Nachhaltigkeit nicht nur im „grünen Sinne" künftig mehr Bedeutung beigemessen wird. Es bleibe zu hoffen, dass dies ein langfristiger Trend sein werde.

 

Hamburg

Der Standort Hamburg befindet sich im Aufwind: Die Belebung des Marktes insgesamt und insbesondere auch in Hamburg spiegelt das Transaktionsvolumen von knapp 500 Millionen Euro allein im dritten Quartal 2009 wider - doppelt so viel wie im gesamten ersten Halbjahr. „Schnäppchen" gebe es nicht. Stattdessen würden die Renditen für Core-Immobilien wieder sinken - auch im Segment jenseits von 70 Millionen Euro. In der Runde war man sich einig, dass Hamburg bei nationalen wie auch internationalen institutionellen Investoren mindestens auf Augenhöhe mit München gehandelt wird. Bei Gesundheits- und Hotelimmobilien biete die Freie und Hansestadt aktuell bessere Perspektiven als andere Metropolen. Differenziert wurde die Entwicklung der Hafencity diskutiert, speziell des Überseequartiers. Während sich die westliche Hafencity positiv entwickelt habe, seien die ausbleibenden Vermietungsmeldungen im Überseequartier, insbesondere im Bürosegment, genau zu beobachten. Stete Nachfrage gibt es nach Wohnungen. Dass nur knapp halb so viele Wohnungen entstehen wie benötigt werden, liege an zu hohen Grundstückspreisen und Genehmigungsproblemen. Doch Hamburg sei ein interessanter Markt und institutionelle Investoren konkurrieren um die wenigen größeren Wohnungspakete. Angeregt wurde, in Mietwohnungsbau für 14 bis 15 Euro pro Quadratmeter zu investieren. Für dieses Segment gebe es sowohl ausreichend Mieter wie Investoren.

Teilnehmer der ExpoVision Hamburg:

Dr. Stefan Best, HIH Hamburgische Immobilien Handlung; Friedhelm Feldhaus, Immobilien Zeitung; Philipp Goltermann, Drees & Sommer; Sun Jensch, BFW; Björn Jesse, Drees & Sommer; Bernd Leusmann, Leusmann Planungsgesellschaft; Heiko Maaß, Eurohypo

 

 Berlin

Die Hauptstadt hat sich auf der diesjährigen Expo Real zukunftsorientiert, modern und weltoffen präsentiert, so das Resümee der Berliner Immobilienexperten. Mit dem Thema „Ökologisch investieren in der Hauptstadt" habe das Land Berlin ein Zeichen gesetzt. Energetische Modernisierungen und Bauen im Bestand wurden als Schwerpunktthemen der Berliner Immobilienwirtschaft identifiziert. Dies wurde nicht zuletzt ausgelöst durch die Zielsetzung des Berliner Senats, den CO²-Ausstoß bis 2020 um 40 Prozent gegenüber 1990 zu senken. So steht das Märkische Viertel deutschlandweit für die umfangreichste energetische Modernisierung einer Großsiedlung. Der Berliner Optimismus stützt sich aber auch auf gewerbliche Entwicklungen. Die Revitalisierung der City West, das Bauvorhaben am Humboldthafen und die Entwicklungen am Flughafen Berlin Brandenburg International sind aktuelle Großprojekte, die die Berliner Stadtentwicklung auch in Zukunft bestimmen.

 

 

 

 

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